Dr. Jörg Köhn [BILD] [BILD] Startseite > > Publikationen > > Bücher > > Neue Ansätze in der Umweltökonomie Suche:   Startseite Publikationen Referenzen Regionalmanager Lehrtätigkeit Persönliches Kontakt Impressum [BILD] [BILD]  Bücher | Monographien Beiträge in referierten Journalen | Reviews zu Büchern Beiträge bei internationalen Konferenzen | Kapitel in Büchern [BILD] Neue Ansätze in der Umweltökonomie 004 KÖHN, J., und M.J. WELFENS, 1996 (Hrsg.). Marburg: Metropolis. (New Approaches in Environmental Economics, ISBN 3-89518-097-1) »Als hätten wir vier Erden« Copyright: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. [BILD] Berliner Empfehlung Ökologie und Lernen 1997 > > > Gesamtbewertung: Ausgezeichnet<<< Zielsetzung: Kritische Analyse umweltpolitischer Themen und deren Übertragung auf aktuelle Politikfelder. Inhaltliche Qualität: Verlassen der neoklassischen Umweltökonomie zugunsten einer Verknüpfung mit anderen ökonomischen und ökologischen Konzepten. Methodische Qualität: Alle Beiträge beziehen sich auf die Bundesrepubik Deutschland und damit auf konkrete Problemfelder ihrer Umweltpolitik. Geleitwort von Prof. Dr. F. Schmidt-Bleek Vizepräsident Wuppertal Institut Die traditionellen Ansätze der Umweltökonomie stoßen an ihre Grenzen. Versuche, die Umweltnutzung in die ökonomische Rechnung einzubeziehen - also eine Internalisierung externer Effekte vorzunehmen - waren bislang nur punktuell bedeutungsvoll. Das liegt vor allem daran, dass die Naturwissenschaften eben nur die ihnen bekannt gewordenen oder von ihnen vermuteten Schadensereignisse studieren und in einigen Fällen quantifizieren können. Da sowohl die Wirtschaft wie die Ökosphäre nicht-lineare komplexe Systeme sind wobei die menschliche Wirtschaft als Parasit von der Ökosphäre abhängt -ist es ausgeschlossen, alle gegenseitig oder einseitig verursachten Veränderungen der Ökosphäre zu erdenken, zu simulieren, oder gar mittels eindeutiger Ursachen- Wirkungsbeziehungen zu quantifizieren. Wir wissen noch nicht einmal, wieviel wir nicht wissen. Schon das Bewegen von Masse bei der Gewinnung von Rohstoffen, schon das Verschieben von Erdreich in der Landwirtschaft und bei Bauvorhaben hat -in ihrer Art und Größe unbekannte sowie zeitlich und geografisch unbestimmbare -Auswirkungen auf die dynamischen Gleichgewichte der Ökosphäre. Jeder Deutsche „verbraucht“ jetzt 70 Tonnen feste Natur jährlich. Das macht etwa 100 Milliarden Tonnen weltweit, gepflügte Erde nicht gerechnet. Die Entlassung von "Schadstoffen« in die Umwelt sowie die Rückgabe aller einmal in der Natur abgeholten Massen als „Abfälle“ kommen als Störer natürlicher Abläufe noch hinzu. In der aktuellen Umweltdebatte wird nach neuen Ansätzen gesucht, weil die traditionelle Umweltpolitik - so kostenintensiv sie ist - offenbar weitere bedrohliche Veränderungen der Ökosphäre nicht verhindern konnte. Eine ökologisch zukunftsfähige Gestaltung der Wohlstandsbeschaffung wird es aber nur geben können, wenn die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Ökonomie und Ökologie soweit geklärt sind, dass richtungssichere Handlungsalternativen und „Leitplanken“ vereinbart werden können. Bislang sind wir hiervon noch weit entfernt. Es geht um die Findung neuer Paradigmen, das Überwinden traditionell output-orientierter Ansätze und um die Diskussion neuer Politikoptionen. Theoretische Neuerungen, die insbesondere die Erhöhung der Ressourcenproduktivität als Ausgangspunkt für Ökologischen Fortschritt mit einschließen, sind unerlässliche Impulse für die Umweltdebatte. Noch stellen sich nur wenige in der Wissenschaft, in der Wirtschaft und in der Politik der Suche nach innovativen Ansätzen. Der gerne (und oft gequält lässig) vorgebrachte Hinweis, wir wüssten nun wahrlich schon genug, es fehle nur an der intelligenten Umsetzung, ist völlig unbegründet, solange in den Köpfen der Entscheidungsträger und Wirtschaftswissenschaftler im wesentlichen nur das Bild der Schadstoffauswirkungen herumgeistert. Wirtschaftspolitik, die auf punktförmigem, systemisch bedingt unvollständigem und sich laufend veränderndem Wissen beruht, ist wirtschaftlich unverträglich. Wirtschaft, die unentwegt das Parasit-Gastgeber-Verhältnis missbraucht, muss zum Kollaps des Parasiten führen. Der vorliegende Band präsentiert neue, innovative Ansätze aus dem Wuppertal Institut, dem Finanzwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln und der Universität Rostock. Das Spektrum des Bandes ist breit: es reicht von der Darstellung der Stoffstrom Ökonomie, über die Suche nach einem neuen Paradigma in der Ökonomie, über neue stoffpolitische Analyse- und Politikansätze hin bis zur Diskussion einzelner Instrumente für die Durchsetzung des Ökologischen Strukturwandels. Daneben finden sich auch neue empirische Befunde zur Bedeutung der Materialintensität in der Wirtschaft. Auch kontroverse Problembereiche gehören zu den angesprochenen Fragen: wieweit kann eine »aufgeklärte« wirtschaftswissenschaftliche »Neoklassik« zur Lösung von Umweltproblemen substanziell beitragen? Wo liegen Subventionen im Verborgenen -speziell im Verkehrsbereich? Worin besteht der besondere Vorteil einer inputorientierten Umweltpolitik? Wie hoch ist die Materialintensität unserer Wirtschaft wirklich? Welche Anpassungsprobleme sind im Unternehmensbereich bei der Erhöhung der Ressourcenproduktivität zu erwarten? Worin besteht die Relevanz einer ökologischen Finanzreform für wirksame Umweltpolitik? Welche anderen ökopolitischen Instrumente sind für eine zukunftsfähige Entwicklung von besonderer Bedeutung? Die Beiträge entstammen ursprünglich aus einem Zusammentreffen im März 1996. Selbstverständlich ergeben sie noch kein ausgereiftes Gesamtbild. Sie wurden hier aufgeschrieben, damit einige neue Gedanken für andere verfügbar werden. Die Autoren hoffen auf Widerspruch und Zustimmung, auf Korrekturen und Ergänzungen. Sie suchen den sachlichen Dialog, um mitzuhelfen, eine zukunftsfähigere Wirtschaft auf den Weg zu bringen. Was hier vorliegt, lohnt sich zu lesen. Wuppertal im Juli 1996 Prof. Dr. F. Schmidt-Bleek Vizepräsident Wuppertal Institut oben  intranet

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